Abstract

Damit der Wald Ökosystemleistungen erbringen kann, sind waldbauliche Lenkungsmassnahmen erforderlich. Für die effiziente Durchführung dieser Lenkungsmassnahmen ist eine gute Erschliessung mit Waldstrassen nötig. In diesem Artikel werden drei neue Produkte des Schweizerischen Landesforstinventars (LFI) vorgestellt, die dazu beitragen, die Holzernte effizienter auszugestalten und die Walderschliessung zu optimieren. Beim ersten Produkt handelt es sich um ein Modell zur Herleitung des wirtschaftlich günstigsten Holzernteverfahrens auf jeder LFI-Probefläche. Dazu wurden räumliche Daten zur Topografie und zum Waldstrassennetz, Bestandesdaten und Informationen zu den auf den LFI-Probeflächen eingesetzten Holzernteverfahren sowie expertenbasierte Entscheidungsbäume verwendet. Die Resultate zeigen, dass unter Anwendung des wirtschaftlich besten Verfahrens allgemein höher mechanisierte Verfahren eingesetzt würden und somit Kosten eingespart werden könnten. Das zweite Produkt beinhaltet eine einheitliche und flächendeckende Beurteilung der Erschliessungsgüte. Dabei wurden unter anderem die Topografie, die Bodeneigenschaften, das Waldstrassennetz und die Hindernisse für die Holzernte berücksichtigt. Die Beurteilung ergab, dass sich die Erschliessung auf rund der Hälfte der Schweizer Waldfläche gut für eine effiziente Waldbewirtschaftung eignet, auf je einem Viertel aber nur bedingt oder gar nicht. Für das dritte Produkt wurde unter Berücksichtigung von Strassen- und Rückekosten die optimale Strassendichte ermittelt. Im Vergleich mit der aktuellen Strassendichte kann nun für grössere Gebiete ein Überblick über die ökonomische Effizienz von Walderschliessungen gewonnen werden. Die drei Produkte schaffen Grundlagen für eine detaillierte und flächendeckende Beurteilung der Erschliessungssituation und der Holzerntesysteme im Schweizer Wald und kamen auch schon in der kantonalen Waldplanung von Bern und Graubünden zur Anwendung.

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