Abstract

Waldstrukturen lassen sich mit Methoden der Fernerkundung über grosse Gebiete erfassen. Dabei haben sich Stereoluftbilder als effiziente Grundlage für die Berechnung von digitalen Oberflächenmodellen erwiesen. Zieht man von diesen Oberflächenmodellen das Geländemodell ab und eliminiert künstliche Objekte, erhält man Vegetationshöhenmodelle. Je nach Auflösung der Luftbilder liefern diese in den Vegetationshöhen mehr oder weniger detaillierte Informationen über die Kronenoberflächen. Um Daten zu früheren Vegetationshöhen zu erhalten, wurden im Schweizerischen Landesforstinventar (LFI) auf Basis analoger Schwarz-Weiss-Luftbilder des Bundesamts für Landestopografie aus den Befliegungskampagnen 1979–1985 und 1990–1998 landesweite digitale Oberflächen- und Vegetationshöhenmodelle erstellt. Anschliessend wurden mit den historischen Vegetationshöhenmodellen (Zeitschnitte 1980 und 1990) und dem aktuellen Vegetationshöhenmodell des LFI (Zeitschnitt 2010) die Höhenveränderungen im Schweizer Wald in einer Auflösung von einer Hektare bestimmt. Anders als im Offenland und im Siedlungsgebiet funktionierte die Bildkorrelation im Wald mit den gescannten Schwarz-Weiss-Luftbildern zufriedenstellend. Über eine Million Hektaren Wald konnten in die Analyse einbezogen werden. Sie zeigt, dass die Vegetationshöhe auf fast einem Drittel der Waldfläche seit den 1980er-Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Auf einer nahezu gleich grossen Fläche waren die Höhenveränderungen zwischen den drei Zeitschnitten gegenläufig mit Zunahmen in der einen und Abnahmen in der anderen Periode. Die grössten Höhenveränderungen waren im Mittelland zu verzeichnen, die geringsten auf der Alpensüdseite. Kleinräumige Veränderungen und Änderungen unter dem Kronendach können mit diesen Daten allerdings nicht erkannt werden. Trotzdem erlauben die historischen Vegetationshöhenmodelle einen Blick in die Vergangenheit der Schweizer Waldstrukturen.

This content is only available as a PDF.
You do not currently have access to this content.