Nachdem in den letzten Jahrhunderten und bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Biodiversität im Schweizer Wald infolge von Übernutzung stark unter Druck geraten war, gewann der Naturschutz im Wald in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung. Im nationalen Waldgesetz wurde 1991 festgeschrieben, dass der Wald als naturnaher Lebensraum zu schützen ist. Heute darf festgestellt werden, dass sich die ökologische Lage – mit regionalen Unterschieden – verbessert hat. Defizite bestehen aber weiterhin. Um diese aktiv anzugehen, entrichtet der Bund im Verbund mit den Kantonen leistungsorientierte Finanzhilfen, die den Waldeigentümerinnen und -eigentümern die Durchführung von Fördermassnahmen für die Biodiversität ermöglichen. Die in der Vollzugshilfe Waldbiodiversität gesetzten Ziele sind aber noch nicht erreicht: Während bei den Waldreservaten eine Zielerreichung bis 2030 möglich ist, braucht es bei den aktiven Fördermassnahmen vermehrte Anstrengungen, vor allem im Bereich der Waldränder, der feuchten Wälder, der national prioritären Lebensräume und der kulturhistorischen Wälder. Die Wirkungsanalyse muss ausgebaut werden. Zur Etablierung der ökologischen Infrastruktur braucht es eine Schärfung der Instrumente und Ziele. Um den negativen Auswirkungen von Immissionen und Klimawandel entgegenzuwirken, muss die Resilienz des Waldes gefördert werden. Die Stärkung der Biodiversität auf allen Ebenen (Gene, Arten und Habitate) leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Die Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Waldbesitzenden hat sich bewährt. Sie muss im Hinblick auf die äusseren Einflüsse auf den Wald und die steigenden Erwartungen der Gesellschaft an die Waldökosystemleistungen weiterentwickelt werden.

This content is only available as a PDF.
You do not currently have access to this content.