Mit der Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens sind wir in der Lage, die Auswirkungen ökologischer und ökonomischer Restriktionen auf die räumlich-zeitliche Verfügbarkeit von Waldenergieholz in der Schweiz zu quantifizieren. Wir haben sie über einen Zeitraum von 40 Jahren für drei Waldbewirtschaftungsszenarien und zwei Holzmarktsituationen mit und ohne Subventionen für die Bewirtschaftung von Schutzwäldern simuliert. Ökologische und ökonomische Restriktionen schränkten die Verfügbarkeit von Waldenergieholz stark ein. Das theoretische Potenzial entsprach der jährlichen Holzproduktion von 9 bis 16 Mio. m3/a oder 67 bis 118 PJ/a. Ökologische Restriktionen reduzierten es auf etwa die Hälfte bis ein Drittel, die zusätzlichen ökonomischen auf ein Drittel bis ein Fünftel (14–41 PJ/a), und nach Abzug der aktuellen Nutzung verblieb ein Zehntel des theoretischen Potenzials oder weniger. Verglichen mit der derzeitigen Waldbewirtschaftung erhöhten die Szenarien zum Vorratsabbau die verfügbaren Energieholzmengen über 40 Jahre um das Drei- bis Vierfache – dies insbesondere kurzfristig. Günstige Energieholzmärkte erhöhten die Verfügbarkeiten um 20 bis 25% und Subventionen um 30%, vor allem in den alpinen Regionen. Unter den aktuellen Marktpreisen sind das Mittelland und der Jura mit den grössten ungenutzten Potenzialen und der geringsten Abhängigkeit von Subventionen vielversprechende Regionen für die Energieholzmobilisierung. Die Reduktion der Vorräte bietet sich an, um in der frühen Phase der Energiewende mehr Energieholz im Wald zu nutzen und auf diese Weise Versorgungslücken anderer erneuerbarer Energien auszugleichen.

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