Die Bewegungen und die kinematische Interpretation des Rutschungskomplexes von Brienz/Brinzauls (GR) sind Gegenstand detaillierter Untersuchungen. Sie liefern Grundlagen, um die Gefährdung des Dorfes zu beurteilen und entsprechende Massnahmen zu planen. Neben den klassischen Methoden Total Station (TPS), Global Navigation Satellite Systems (GNSS) und Inklinometer kommen auch terrestrische Radarinterferometrie und digitale Bildanalyse zum Einsatz. Dieser Artikel beschreibt neue Methoden der Integration Satelliten-basierter Radar-Interferometrie (DInSAR) und der digitalen Bildkorrelationsanalyse, die ein flächendeckendes Abbild des Verschiebungsverhaltens in drei Dimensionen generieren. In der Folge beschreiben wir die Stapelung differenzieller Interferogramme von C-, L- und X-Band-Radar-Satellitendaten sowie die Integration von Ergebnissen der Interferometrie mit digitaler Korrelation von hochaufgelösten optischen und Radarbildern der Jahre 2015 bis 2020. Auf der Basis dieser Resultate werden anschliessend verschiedene Verformungskomponenten des Rutschungskomplexes ermittelt, die für die Ermittlung von Rutschungskompartimenten und ihrer Kinematik wesentlich sind. Die Ergebnisse werden mit existierenden GNSS-Messdaten validiert.

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