Die Waldfachleute spielen in der Schutzwaldpflege eine zentrale Rolle. Die heutige Praxis ist geprägt von einer silvazentristischen Herangehensweise, von einer Finanzierung, die auf Leistungen statt der tatsächlichen Risikoreduktion basiert, vom beschränkten Einbezug der Nutzniessenden und von wenig attraktiven Anreizen für Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer. Wir folgen dem Ratschlag des Ökonomen Ronald Coase und diskutieren in unserem Essay zwei verschiedene institutionelle Arrangements für die Schutzwaldpflege: (1) Finanzierung mittels Flächenpauschale und dem Staat als Besteller, (2) Finanzierung der Risikoreduktion und der Nutzniessenden als Bestellende. Unsere Diskussion leiten wir ein mit der Beschreibung der Schutzwaldpflege als öffentliche Politik. Ergänzend zeigen wir auf, wie wichtig die Anreize für die Waldeigentümerinnen und -eigentümer für einen funktionierenden Finanzierungsmechanismus sind. Wir ziehen folgende Schlüsse: Ins Zentrum zu stellen sind die Nutzniessenden. Sie profitieren direkt von der Risikoreduktion und sollen deshalb die Entscheide fällen und die Kostentragen. Statt Leistungen sollte die erreichte Risikoreduktion entschädigt werden. Die Waldeigentümerinnen und -eigentümer sollen finanziell von der Schutzwaldpflege profitieren, damit ihr Interesse an der Bewirtschaftung des Waldes gestärkt wird. Sonst ist die öffentliche Hand als letzte Instanz plötzlich alleine gestellt, um den Schutz vor Naturgefahren sicherzustellen oder Waldkatastrophen zu bewältigen.

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